Las Vegas: Die Städtereise der anderen Art

Beim Gedanken an Las Vegas sind Bilder von Roulette, Black Jack, Poker und Co. nicht weit entfernt. Doch das ist längst nicht alles, was Sin City zu bieten hat.
Las Vegas
Der Plan: Vom Spielerparadies zum Reiseziel für alle

Sightseeing war in Las Vegas schon immer inklusive. Die Casinos, der Lebensmittelpunkt der Stadt, wurden bewusst spektakulär gestaltet und dieser pompöse Gigantismus war es, der Las Vegas weltweit bekannt gemacht und das Gesicht der Stadt ins Allgemeinbewusstsein eingebrannt hat. Und bis heute ist das Glücksspiel geradezu omnipräsent: Legendäre Casino-Resorts wie Bellagio, MGM Grand, The Venetian, The Mirage, Paris, Excalibur und viele weitere prägen noch immer das Bild am Strip. Über allem thront der Stratosphere Tower, dessen Achterbahn in luftiger Höhe einen weiteren Adrenalinkitzel garantiert.

Die Struktur ist dabei stets dieselbe: Die Glücksspielräumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss, direkt am Eingangsbereich, und erstrecken sich dort über viele hundert Quadratmeter. Sowohl Bewohner als auch Besucher haben keine Chance, die glitzernde Gambling-Welt zu übersehen. Die Verlockungen sind also weiterhin vorhanden und wer bereits Erfahrung in den beliebten Disziplinen hat, heutzutage primär dank der zahlreichen Online Casinos in Deutschland, der darf sein Glück versuchen. Die Aussicht, das Urlaubsbudget ohne Arbeit zu verbessern, verpasst ihre Wirkung nur selten.

Inzwischen möchte Las Vegas allerdings mehr sein als ein Reiseziel für Spieler. Rund um den Globus hat das echte Glücksspiel schwierige Jahre hinter sich und in Las Vegas liegen die wirklich goldenen Jahre bereits Jahrzehnte zurück. Weitere Standbeine sind gefragt und das zeigt sich auch architektonisch. So sind Themen-Hotels ein Auslaufmodell: Alle Neubauten entlang des Strips verzichten auf Nachbauten bekannter Sightseeing-Spots wie Eiffelturm, Empire State Building oder die Kanäle Venedigs. Anstatt dessen ist nüchterne, neutrale Eleganz angesagt: Glasfronten, ein weniger buntes, verspieltes Ambiente und dafür mehr Business-Flair sind bei Hotels wie dem Aria das Rezept der Wahl. Der Wandel der Stadt ist optisch wie inhaltlich unübersehbar.

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Tagesausflüge in alle Richtungen

Damit passt sich Las Vegas den neuen Anforderungen an. Früher stand das Glücksspiel im Mittelpunkt und wurde unterstützt von Events aller Arten, etwa Magier-Shows mit David Copperfield oder Konzerte von Größen wie Céline Dion. Auch diese fanden (und finden) in den einschlägigen Resorts am Strip statt – eigene Veranstaltungshallen machten es möglich. Der heutige Tourismus verlangt allerdings nach mehr Breite: Viele Besucher sind weder an Roulette noch an Zauberern interessiert, Las Vegas soll eine Städtereise mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten sein.

Die Dichte an hochwertigen, internationalen Restaurants – die es in Las Vegas schon immer gab – hat in der Folge weiter zugenommen. Ebenfalls immer beliebter wird „das echte Las Vegas“, auch als Downtown bekannt: Der Strip an sich liegt geographisch genau genommen nicht einmal in Las Vegas, sondern in Paradise / Clark County. Und da die Glitzer-Welt am Boulevard langsam zu einer Übersättigung führt, zieht es viele Touristen in die ursprüngliche Kernstadt mit der Fremont Street als Hauptstraße. Auch dort gibt es übrigens Glücksspiel, wohin das Auge blickt, allerdings vor einer ganz eigenen, weniger gigantischen Kulisse. Außerdem sind die durchschnittlichen Einsätze deutlich geringer als am Strip und das ist ein Vorteil für Urlauber, die aus Spaß spielen möchten, ohne große Verluste riskieren zu müssen.

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Dazu kommen Ausflugsmöglichkeiten in die nähere und weitere Umgebung. An erster Stelle: der Grand Canyon, die weltberühmte Schlucht mit roten Felsformationen. Die Reise von Las Vegas dorthin dauert mehrere Stunden mit dem Auto, eine exklusive und schnellere Alternative gibt es per Helikopter, woraus ebenfalls eine eigenständige Industrie entstanden ist. Ein ganzes Stück leichter erreichen lässt sich der Hoover Dam mit einer Entfernung von nicht einmal 50 Kilometern. Die Talsperre bildet die Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada (wo Las Vegas liegt) und Arizona, bei Touristen ist der Damm wegen seiner imposanten Größe beliebt. Das folgende Video von National Geographic vermittelt einen guten Eindruck:

Angesichts der Reizüberflutung, die am Las Vegas Boulevard Tag und Nacht auf Besucher einwirkt, ist die Flucht in die weitläufige Natur ohnehin empfehlenswert. Las Vegas ist heute wie damals ein Extrem, wie es kein zweites Mal auf der Erde existiert, und nach der anfänglichen Euphorie stellt sich nicht selten ein Gefühl von „zu viel“ ein. Dieses lässt sich außerhalb der Stadtgrenzen ausgezeichnet kurieren und die Größe der USA mit ihren endlosen Landschaften ist dabei die Basis, um eine Vegas-Reise mit den unterschiedlichsten Erlebnissen zu kombinieren.

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